Restaurants

Um die Vielfalt der lokalen Küche zu erforschen, beginnt man am besten in den berühmten Restaurants in Baku. Die Rechnung zu teilen ist nicht üblich, ebensowenig sollte eine Frau in Begleitung bezahlen. Der Gastgeber darf die Rechnung übernehmen!

Teppichkauf

Flor und Dichte bestimmen den Preis. Die Knotendichte sollte auf der Rückseite vermerkt sein. Teppiche ausführen, darf man nur mit spezieller Genehmigung. Diese kann der Verkäufer vornehmen. Vom Export ausgeschlossen sind Stücke, die älter als 30 Jahre sind. Wertvollere Teppiche kann man im Latif Karimov-Teppich-Museum in Baku professionell schätzen lassen.

Jazz-Fans

In Baku kann man die Vertreter der Jazz-Szene in mehreren Jazz-Clubs erleben. Zudem bietet www.jazz.az Hörbeispiele bedeutender aserbaidschanischer Jazz-Musiker, das aktuelle Programm des Bakuer Jazz-Centers und Infos zum jährlichen Caspian Jazz und Blues Festival, auf dem auch zahlreiche internationale Jazz-Stars zu hören sind. Ebenfalls hörenswert: www.azizamustafazadeh.de, die Website der mittlerweile in Mainz lebenden Aziza Mustafa Zadeh.

Biken

Auf landschaftlich schönen Strecken mit Gleichgesinnten touren, geht mit dem Baku Bicycle Club. Die Touren für unterschiedlichste Ansprüche finden an den Wochenenden statt.

Feier- und Gedenktage

Viel zu feiern, viel zu gedenken

Wechselvolle Geschichte und reiche Kultur – beides zusammen der Grund für die große Zahl an Feier- und Gedenktagen in Aserbaidschan.

Zweifellos sind der 20. und 21. März die wichtigsten Festtage. Während dieser Zeit wird alljährlich „Novrus Bayram“, der „Neue Tag“ gefeiert. Damit begrüßt man in Aserbaidschan seit Jahrtausenden zur Sonnenwende den Frühling. Das Fest wird von kleinen Ritualen begleitet: zunächst steht ein Hausputz an, gefolgt vom Besuch der Freunde und Nachbarn trifft man sich letztlich im Kreis der Familie. Viele Süßigkeiten, ein Topf mit Frühlingsgras, ein Symbol der Fruchtbarkeit, gehören ebenso wie zu Novrus Bayram wie der Sprung über das Feuer.

Nationalfeiertag ist der 28. Mai, der Tag der Republik. Er dient dem Gedenken an die erste Republik von 1918 bis 1920. Der Sieg über den Faschismus 1945 wird in Aserbaidschan jedes Jahr am 9. Mai gefeiert. Der Ramadan ist das am häufigsten praktizierte islamische Fest

Auswahl weiterer Feier- und Gedenktage

  •     1. und 2. Januar: Yeni il (Neujahr)
  •     8. März: Qadinlar günü (Internationaler Frauentag)
  •     15. Juni: Azerbaycan xalqinin Milli Qurtulus günü (Tag der nationalen Rettung)
  •     18. Oktober: Dövlet müsteqilliyi günü (Tag der Unabhängigkeit)
  •     12. November: Konstitusiya günü (Tag der Verfassung)
  •     31. Dezember: azerbaycanlilarin hemreyliyi günü (Tag der nationalen Auferstehung)

Kulinarisches

Appetitanregend auf viele Arten

Die aserbaidschanische Küche präsentiert sich lecker und vielseitig. Zudem ist das Essen um einiges günstiger als in westeuropäischen Graden. Wer die Landesküche näher kennen lernt, wird schnell feststellen, dass Kebab eine zentrale Rolle zukommt. Beides wird nicht nur zu allen möglichen Anlässen, sondern auch in vielen Variationen zubereitet: je nach Rezept kombiniert mit gegrilltem Gemüse und Kartoffeln, verfeinert mit Petersilie, Basilikum oder Koriander. Verwendet wird hauptsächlich Hammel, erste Wahl auch bei anderen Fleischgerichten, gefolgt von Huhn und Rind.

Mehrere Gänge genießen

Tatsächlich ist Kebab aber nur einer der vielen Gerichte, die bei den traditionell mehrgängigen Mittag -und Abendessen auf den Tisch kommen. Zu den Vorspeisen zählen Salate, Käse, Joghurt. Im Winter wird zudem eingelegtes Gemüse serviert. Eine typische Hauptspeise ist Piti-Suppe, zubereitet u.a. mit Hammelfleisch, Erbsen, Kirschpflaume und Safransaft. Eine weitere „Owrichte“, ein Huhngericht. Greift man zu Fisch, hat man neben Stör die Wahl zwischen Zander und Lachs. Zum Dessert reicht man üblicherweise Gebäck, z.B. Halwa, die mit Aprikosenmarmelade gefüllten Bakiner Kekse oder Nuss- bzw. Mandelstäbchen.

Teatime everytime

Tee ist quasi ein Nationalgetränk: man genießt ihn nicht nur zum Dessert, sondern zu jeder Gelegenheit und Tageszeit. Kaffee hingegen wird weitestgehend nur von westlichen Ausländern bevorzugt. Beliebt sind auch die sogenannten Scherbetts – Säfte, z.B. mit Granatapfel, Safran oder Minze. Zu den besonders empfehlenswerten Alkoholika gehören Xirdalan, ein sehr gutes Bier, und Cabernet Savignon aus Gence. Wer auch einmal Hochprozentiges probieren möchte, bestellt Wodka oder Cognac.

Kunst

Traditionell hohe Qualität

Flaniert man durch die Altstadt Bakus, gewinnt man einen Eindruck von dem vielfältigen aserbaidschanischen Kunsthandwerk: in den Geschäften findet sich eine reiche Auswahl der regional gefertigten Stickereien, Seidenschals und Kupferwaren. Besondere Aufmerksamkeit verdienen die angebotenen Teppiche. Für deren Qualität ist Aserbaidschan seit Jahrhunderten bekannt. So wurden z.B. bereits im 3. Jhr. n.Chr. kunstvolle Stücke geknüpft – eine Tradition, die heute in voller Blüte steht. 2010 wurde die Teppichknüpfkunst von der UNESCO in die Liste der erhaltenswerten Kulturgüter aufgenommen. Und mit der Möglichkeit, diese Fertigkeit u.a. an der Staatlichen Akademie und der Staatlichen Kunstschule zu erlernen, nimmt die Teppichkunst zugleich zeitgenössische Einflüsse auf. Aserbaidschanische Teppiche sind an Hand von Motiven, Material und Knotendichte unterscheidbar. So hat man u.a. die Wahl zwischen Grobwolle und hochwertiger Wolle, Stücke mit 900 bis 3.600 Knoten pro cm2 sowie traditionellen und modernen Motiven.

Kunst in vielen Stilen zuhause

Die Website www.azgallery.org bietet einen ersten Vorgeschmack. Präsentiert werden rund 4000 Werke von 170 Künstlern. Vorrangig Gemälde und Skulpturen, neben Zeitgenössischem auch bisher selten gezeigte Arbeiten aus der sowjetisch geprägten Periode Aserbaidschans. Zu sehen gibt es auch expressive Landschaften von Sattar Bahluzade, einem der bekanntesten Künstler Aserbaidschans. Ist man erst mal in Aserbaidschan, gibt es ausreichend Gelegenheit Originale zu besichtigen. Allein in staatlichen Gemäldegalerien befinden rund 14.000 Exponate. Für Kunstinteressierte besonders eindrucksvoll: die stilistische Vielfalt und der ganz eigene Mix von internationalen Kunstströmungen und nationalen Elementen aus Symbolik und Mythologie.

Musik

Lebendige Tradition, bewegender Mix

Mugam ist die traditionelle Musik Aserbaidschans. Auch heute noch sehr lebendig, beeinflusst sie verschiedenste Musikrichtungen, u.a. Jazz und Klassik. Eine bedeutende Quelle des Mugam waren im Mittelalter die Volkssänger, deren Gesänge sich vor allem auf die Geschichten des „Großvater Gorgud“, eine bedeutende, türkische Textsammlung beziehen. Heute werden beim Mugam auch Verse bedeutender aserbaidschanischer Literaten, z.B. von Nizami, zitiert. Eine traditionelle Mugam-Gruppe besteht aus drei Musikern: gespielt wird das Zupfinstrument Tar, das Streichinstrument Kamancha sowie die Trommel Gaval, die vom Sänger der Gruppe bedient wird. Auf Grund seiner künstlerischen Eigenständigkeit wurde Mugam 2003 in die Unesco-Liste für Meisterwerke des mündlichen und immateriellen Erbes der Menschheit aufgenommen.

Berühmtester Verterter der Mugham-Musik ist Alim Quasimov. 1988 gewann er den ersten Preis beim Internationalen Wettbewerb und Symposium für traditionelle Musik in Samarkand. Er trat im Heydar-Aliyev-Palast und der Konzerthalle der aserbaidschanischen Philharmonie auf und war ab 1989 Solist am Aserbaidschanischen Opern- und Balletttheater. 1999 wurde er mit dem IMC-UNESCO-Musikpreis ausgezeichnet. Er erhielt in Aserbaidschan die höchste künstlerische Auszeichnung als Künstler des Volkes und als Living National Treasure.

Klassische Musik

Das 20. Jahrhundert spielt in der Entwicklung der klassischen Musik in Aserbaidschan die entscheidende Rolle. Gelang es Komponisten und Musiker doch internationales Niveau zu erreichen. Ausschlaggebend dafür war eine neue Generation von Musikern, die in den 30er und 40er Jahren Ihren Einfluss geltend machten und die vorherrschenden europäischen Strömungen wie Zwölftonmusik und Neoklassizismus mit aserbaidschanischen Elementen kombinierten. Üzeyir Hacibeyov (1885 - 1948) gilt als der herausragende Vertreter der aserbaidschanischen Klassik. Mit „Leyli und Medschun“ schuf er die erste Oper aus dem Orient, mit „Koroglu“ eine in 67 Sprachen übersetzte Oper, die unter dem Titel „Samt und Seide“ auch in deutschsprachiger Fassung aufgeführt wurde. Auch die erste Ballettmusik des Orients stammt aus Aserbaidschan und ist dem Wahrzeichen Bakus gewidmet: dem Jungfrauenturm.

Jazz

Erste Impulse für den Jazz in Aserbaidschan lieferte in den 30er Jahren, instrumentiert mit Posaunen, Hörnern, Saxofonen, Gitarre und Schlagwerk, das staatliche Estrade-Orchester. Ein Rückschritt in der Entwicklung brachten die 50er Jahre – Jazz wurde von der Sowjetunion als westliche Kunst deklariert. Entsprechend schwierig wurde es für Jazzliebhaber ungehindert ihre Musik zu hören bzw. zu spielen. In den 60er Jahren wurde eine neue Ära des Jazz in Aserbaidschan eingeläutet. Zu besonderem Ansehen gelangte der Komponist und Pianist Vaqif Mustafa Zadeh, der Jazz mit Elementen des Mugam kombinierte. Seine Tochter Aziza Mustafa Zadeh, die bereits mit 17 Jahren den renommierten Thelonius Monk Pianowettbewerb in Washington gewann, setzt das Erbe ihres Vaters mit einem Mix aus Jazz, Mugam und Klassik fort.

Rock und Rap

Seit den 90er Jahren verbreitet sich auch Rap zunehmend in Aserbaidschan. Der Rapper Anar Nagilbaz legte mit seinem ersten Album den Grundstein für den Erfolg. Weitere aktuelle Rap-Musiker sind die Gruppen Deyirman, Elsad Hose, Uran, Haos“ sowie die Rapperin Mc. Rain. Rock begann sich Mitte der 60er in Aserbaischan durchzusetzen. Wurden zunächst vorwiegend nur englischer und amerikanischer Rock gehört bzw. von aserbaidschanischen Bands imitiert, erfolgte dann in den 70er die Entwicklung eigenständiger Varianten. Dabei wurden traditionelle Instrumente wie Ud, Tar und Kamancha eingesetzt.

Das Nationalinstrument Ud

·     Von all den östlichen Musikinstrumenten hat die Ud eine interessante Geschichte, die sich über mehrere hundert Jahre zieht und durch archäologische Funde und Manuskripte belegt wird. So lässt sich anhand der Terra Cottas der Stadt Afrasiyab im altertümlichen Samarkand (9-10 cm große gebrannte Statuen mit einer flachen Rückseite und einem geprägten Gesicht; die meisten lassen sich auf das erste Jahrhundert v. Chr. bis zum dritten Jahrhundert n. chr. zurückführen) nachweisen, dass die Ud das Lieblingsinstrument der Menschen des alten Sogdiana war. Das Instrument hatte einen großen Korpus, der in einem kurzen Hals endete, mit einem rückwärts gewölbten Kopfstück. Es war also der modernen Du sehr ähnlich. Yahya ibn al-Munajim (855-917) in seiner „Risala fil-Musiqa“ („Abhandlung über Musik“) und Abu Nasr Muhammad al-Farabi (870-950) in seinem Buch „Kitab al-Musiqi al-Kabir“ („Das große Buch der Musik“), renommierte Theoretiker der frühen mittelalterlichen Musik, beschreiben eine viersaitige Ud (dreifach-bam, doppel-maslas, masna undzir); an den jeweiligen Ebenen (Bundstäben) wurde ein spezieller Klang erzeugt. Die leere Saite wurde Mutlag genannt. Um die Bünde zu bezeichnen, wurden die Namen der Finger benutzt (Mittelfinger – sabbaba, Zeigfinger – vosta, Ringfinger – binsir und kleiner Finger – hinsir). der 845 verstorbene Sänger und Musiker Ziryab (sein richtiger Name war Ali ibn Nafa), führte lange vor Farabi eine fünfte Saite ein, um eine perfekte Tonleiter zu erlangen. Hadd (dur) war ihre Bezeichnung, und sie klang eine Quarte höher als die vierte Saite. um den Klang subtiler und heller erscheinen zu lassen, ersetzte er das hölzerne Mittelstück durch eine Adler Feder. Im 8. Jahrhundert erweiterte Mansur Zalzal die ud um einen neuen Bund in der Tonleiter, der als vosta zalzal bekannt wurde. er erfand damit eine neue Art der Ud. Jedoch war die Ud in der Zeit von Farabi und bis zum 13. Jahrhundert hauptsächlich viersaitig, während die fünfsaitige Ud noch nicht weit verbreitet war. Zeitgenossen zufolge war der aserbaidschanische Musikwissenschaftler Safiaddin Urmavi (1216/1217-1294) nicht nur ein herausragender Musiktheoretiker und Erfinder der perfekten Notenschrift in der Form einer Tabelle, sondern auch ein Künstler und Profi auf seinem Gebiet. das siebte Kapitel seines berühmten Werks „Kiatb ul-adwar“ („das Buch der Kreise“), das eigens der Ud gewidmet ist, untersucht theoretische und praktische Aspekte von Musik am Beispiel dieses Instruments: ihren Klang, das System der Akkorde und Tonleitern, Intervalle, Rhythmen, Lieder und ihre Eigenschaften bei Konzerten. das Manuskript dieser Abhandlung, datiert auf 1333-1334 (Oxford, Bodleian library), enthält eine Abbildung des Instruments mit fünf Doppelseiten und sieben Bundstäben an einem kurzen Hals. In einem anderen Werk des Musikwissenschaftlers, „Risaleyi-sharafiya“ („Buch des Adels“), wird die Ud als eines der am weitesten entwickelten Instrumente beschrieben. Es hebt die Quartstimmung der Saiten hervor sowie Positionen auf diesen. Die Ud war das Lieblingsinstrument der mittelalterlichen aserbaidschanischen Dichter. Sie wird oft in ihren Werken erwähnt. Wie die Ud ausgesehen hat und wie ihre seiden Saiten geklungen haben, kann man bei Quatran Tabrizi (1010-1080) und Nizami Ganjavi (1141-1209) nachlesen. Im Gedicht „Koshrov und shirn“ hebt Nizami das Talent und Können der Sänger und Musiker Barbed und Nakis hervor. Barbed beherrschte die Ud perfekt und Nakis die Chang. Die Ud wird zudem in Gedichten von anderen klassischen aserbaidschanischen Dichtern erwähnt, darunter von Assar Tabrizi (1325-1390), Qazi Burhaneddin (1344-1398), Imadeddin Nasimi (1369-1417) und Jahanshah Haqiqi (1405-1467). Welche Rolle die Instrumente spielten, die in der zweiten Hälfte des 15. bis frühen 16. Jahrhunderts existierten, erfährt man von den prominenten Vertretern der aserbaidschanischen Dichtung, Habibi und Kishvari, die die Ud in ihren Werken beschreiben. In einem Gedicht Habibis wird die Ud zusammen mit anderen Saiteninstrumenten genannt, und zwar der Sheshtay, Chang und der Barbat. Daraus lässt sich schließen, dass die Namen Ud und Barbat am Ende des 15. Jahrhunderts unterschiedliche Instrumente bezeichneten. Demgegenüber gibt es jedoch auch die Überzeugung in der wissenschaftlichen Literatur, dass die Barbat eine Vorgängerin der Ud sei, „oder eine Variante eines Lauteninstruments, ähnlich der Ud.Tatsächlich ist „Barbat“, was „Enten Brust“ bedeutet (bar-Brust und bat- ente; der Name wurde dem Instrument verliehen, da es von der Seite betrachtet einer Ente gleicht), synonym mit dem Begriff „ud“. Als erster erwähnte dies der herausragende zentralasiatische Gelehrte al-Khwarizmi im 10. Jahrhundert. Zudem ist es ebenfalls im Lexikon „Sihah al-Fars“ („Die Perfektion der Persischen Sprache“), zusammengetragen von Muhammad Hindushah Nakhchivani, vermerkt. Die folgenden Fakten sind wichtig, um diesen Aspekt zu verdeutlichen. Der berühmte zentralasiatische Gelehrte und Philosoph Abu Ali ibn Sina (980-1037) verwendet in seiner Abhandlung über die Musik, die in seiner Enzyklopädie „Kitab al-shafa“ („Buch der Heilung”) enthalten ist, den Begriff Barbat, um eine Laute zu beschreiben, obwohl sein Werk auf Arabisch verfasst ist. Fakhraddin al-Razi (1150-1210), der ebenfalls in Aserbaidschan lebte, beschreibt die vier Saiten der Barbat, wobei die Namen der Saiten denen der Ud entsprechen. Dem Theoretiker von Herat al Huseyni (15. Jahrhundert) zufolge wurde die Laute, nachdem sie eine fünfte Saite bekommen hat, als eine Ud bezeichnet (auf Arabisch bedeutet dies „Baum“). Diese Umbenennung kann aber auch dann erfolgt sein, nachdem der lederne Resonanzboden der Laute durch einen hölzernen ersetzt worden war. Weder der bekannte dichter Khaqani Shirvani (1120-1199), noch Ferdowsi (940-1020/1030) in seinem epischen „Shahnameh“, erwähnen die Ud ein einziges Mal, obwohl der Arabische Namen für die Laute sowohl zu ihrer Zeit als auch im vorangegangen Jahrhundert bekannt war. Khaqani sprach von acht (vier zweichörige) Saiten der Barbat. Dies legt nahe, dass zurzeit von Kahqani und Nizami drei- und viersaitige Barbats verbreitet waren. Der berühmte Musikwissenschaftler Abdulqadir Maraghi (1353-1434/35) sieht in der Ud das vollkommenste Instrument und berichtet, dass zu seiner Zeit zwei Varianten der Ud existierten: die alte Ud (qadim) hatte vier Saiten und die perfektionierte Ud (kamil) verfügte über fünf Saiten. Wenn Maraghi über die alte Ud (udi qadim) spricht meint er offenbar die Barbat. Der große aserbaidschanische Dichter Mohammed Fuzuli nennt die Ud „die Bewahrerin der Schatzkammer der Geheimnisse“. Ihren Klang bewundernd, fragt er sich, wer den „feurigen, heißen Klang“ der Ud einst lehrte, wobei er sich wünscht, die Gründe für die „Lebhaftigkeit der neuen Klänge“ zu erfahren. Die Ud antwortet darauf: an den ersten Tagen, an denen ich gefertigt wurde, wurde mir eine Stimme in meine Seele gelegt, und sie singt, Ich habe nie erfahren was sie mit mir machten, warum und wie sie mich erschaffen haben. Natürlich, diese Rufe der Liebe kommen nicht von mir selbst. Frage lieber den Handwerker, er wird dir meine Erregung erklären.“ Damit impliziert der Dichter, dass das „Stöhnen“ ihrer Saiten davon abhängt, wie die Menschen das Instrument erklingen lassen. Die Menschen können dem Musikinstrument nach Belieben sowohl fröhliche als auch traurige Melodien entlocken. Die komplette Unterhaltung zwischen dem Dichter und der Ud belegt die einzigartige Vollkommenheit dieses Instruments. In Tabriz wurden kunstvolle Stickereien gefertigt (zu sehen im Budapest Museum der ornamentalen Künste), die Szenen von Tänzen und Gesang, begleitet von der Ud sowie von der Kamancha, Ney und Daf darstellen. Auf den Miniaturen im Buch der Künstler Sultan Muhammad (1470-1555), Mirza Ali (16. Jahrhundert) und anderen ist die Ud birnenförmig oder rund abgebildet. Auf dem zurückgebogenen Kopfteil sind zehn bis elf Stimmwirbel klar erkennbar, die mit der Anzahl der Saiten übereinstimmen. Auf einer Seite des Kopfteils sind zudem drei Stifte zu sehen. Am Klangkörper sind, runde mit geschnitzten Rosetten verzierte Löcher erkennbar. Die Ud, insbesondere ihr Hals, ist reich mit Ornamenten dekoriert. Man hielt das Instrument auf den Knien, während man es mit einem Plektrum spielte, das wahrscheinlich aus der Hornhaut einer Adlerfeder gefertigt war. Keines der Werke dieser Künstler zeigt jedoch die Bundstäbchen am Hals der Ud. Das ist nicht ungewöhnlich für Länder, wie die Türkei, Aserbaidschan und Iran. Auch die Terracotta aus Afra-Siyab und iranische Silbergefäße aus dem 7. bis 9. Jahrhundert lassen den Rückschluss zu, dass die Bundstäbe der Ud, wie auf den Zeichnungen von Farabi, Urmavi und anderen Künstlern zu sehen, wahrscheinlich dazu dienten, die theoretische Beschaffenheit von Musik und Klängen in verschiedenen Tonlagen zu verdeutlichen. An dieser Stelle mag folgende Erklärung hilfreich sein: In der Regel haben Saiteninstrumente mit kurzen Hälsen keine Bundstäbe. Diese gibt es nur bei Instrumenten mit langen Hälsen, denn ohne sie wäre das Erzeugen von korrekten Tönen sehr viel schwieriger. Dichterische Werke und Miniaturen aus dem Mittelalter belegen, dass die Ud das meistgespielte Instrument bei Feierlichkeiten in Palästen war. In der Schrift „Risaleyi Musiqi“ des zentralasiatischen Musikers Dervish Ali ,welche die musikalische Kunst in der zweiten Hälfte des 16. und im frühen 17. Jahrhundert beschreibt, wird die Ud als die Königin der musikalischen Instrumente bezeichnet. Aufgrund ihrer Klangfarben und der Reichweite ihrer Laustärke war es zu jener Zeit das beste aller Saiteninstrumente. Sie hatte sechs Saiten aus Seide, die in Paaren gestimmt waren (Hadd, Zir, Masna, Maslas, Bam und Mukhtalif), und der Tonumfang erstreckte sich bis hin zu tieferen Tönen. Der deutsche Wissenschaftler und Reisende Adam Olearius (1603-1671) erzählt in seinen Reiseberichten von Empfängen in den Palästen des Shamaki Khans, bei denen Musiker mit Turbanen und farbenfroh gestreiften umhängen Saiteninstrumente wie die Zither spielten (wahrscheinlich Kanun, Chan oder Santur) und dabei von Tänzerinnen begleitet wurden. Betraten die Tänzerinnen die Bühne, spielten die Musiker die Daf, Balaban, Nagara und die Ud. Der fünfte Abschnitt der Abhandlung „Adwar“ („Kreise“) eines anonymen aserbaidschanischen Autors, beschreibt Eigenschaften der verschiedenen Ebenen der Musiktheorie in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts und untersucht die Art und Weise des Stimmens von Instrumenten zu jener Zeit. Beispielsweise wird empfohlen, dass die Saiten der Ud auf die folgenden Tonarten zu stimmen: die erste Chahargah, die zweite - Rast, die dritte - Isfahan, die vierte - Dugah, und die fünfte - Huseyni.

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·         Eingeführt in Europa von den Arabern während der Eroberung Spaniens, gilt die Ud als Vorgängerin der europäischen Laute. In ihrer neuen Heimat wurde die Ud in ihrer Konstruktion verschiedenen Veränderung-gen unterzogen. Die kurzhalsige Ud, also die Ud in ihrer ursprünglichen Form, erlangte weitverbreitete Beliebtheit im Mittleren Osten, im Kaukasus und in Zentralasien. Heute ist die Ud in zwei Varianten, Arabi und Sharqi, das führende Saiteninstrument bei den Arabern. Sie wird ebenfalls in der Türkei, in Aserbaidschan, Armenien, Iran, Usbekistan, Tadschikistan und Turkmenistan gespielt. in China wird die kurzhalsige Laute „Pipa“ genannt. Chinesischen Chroniken zufolge ist sie ein ausländisches Instrument und kam aus der westlichen Welt nach China. So sind die Hauptteile der Ud ein gewölbter birnenförmiger Klangkörper und ein kurzer Hals mit zurückgebogenen Stimmwirbeln. Die gesamte Länge des Instruments beträgt fast ein Meter. Der Korpus ist 480-500 mm lang, 180-200 mm tief und 350-360 mm breit, der Hals ist 195-200 mm und der Kopf 215-230 mm lang. Der Körper wird mit 5 mm dicken Nieten zusammengehalten, deren obere Enden am Kolben befestigt sind. An den Seiten sind die oberen Nieten zudem an kleinen Holzklötzen im Inneren des Klangkörpers befestigt. Der 35-50 mm breite und 22-30 mm hohe Hals ist am 70-80 mm langen Kolben befestigt, das Kopfteil ist am oberen Ende angebracht. Der hölzerne Resonanzboden mit einer Stärke von 5 mm hat ein bis drei Klanglöcher mit geschnitzten Rosetten. Am unteren Ende des Resonanzkörpers finden sich eine Schale und ein hölzerner Stab - eine Halterung für die Saiten. Bis auf den Korpus sind die hölzernen Teile des Instruments aus Walnuss-, Birnen- und Sandelholz gefertigt. der flache Resonanzboden besteht aus Pinien- oder Fichtenholz. In der Regel besitzt die Ud fünf Saitenpaare. In jüngster Zeit wird noch eine zusätzliche einzelne Saite auf das Instrument gezogen. Das erste und zweite Paar besteht aus Venen, die restlichen Paare aus Metall. Wie erwähnt gibt es keine Bundstäbe auf dem Resonanzboden. Die Klänge werden mit einem Plektrum in Form eines Griffels mit einer Knochenspitze erzeugt. Um die Ud zu spielen, wird sie eng an der Brust gehalten, während der Korpus auf dem angewinkelten Knie des sitzenden Musikers ruht. Der Künstler greift die Töne mit den vier Fingern seiner linken Hand. Die Musik für das Instrument wird im Violinschlüssel komponiert und klingt eine Oktave niedriger als notiert. Der Tonumfang der Ud reicht vom großen „e“ zum „f“ der ersten Oktave. Die Saiten werden im zweiviertel Tonumfang gespielt. die Ud kann Passagen, Tremolo und melodische Phrasen ausdrücken. In Orchestern und Volksmusikensembles wird die Ud hauptsächlich als Begleitinstrument eingesetzt. Zusammen mit anderen Instrumenten wird ihr Klang erheblich erweitert und erreicht eine Vielfalt an unterschiedlichen Klangfarben. Da sie sich stark von anderen Saiteninstrumenten unterscheidet, erzeugt sie einen harmonischen Klang, während sie die melodische Linie wiederholt. Diese Eigenschaft wird besonders im Gedicht für den Kanun, dem Orchester der Volksinstrumente und dem „Gesang ohne Wörter - no. 14“ des Komponisten Suleyman Alasgarov deutlich. Wegen ihres weichen, seidigen Klangs kann die Ud für Solospiele von Mugams und lyrischen Volksklängen genutzt werden.

Literatur

Glanzvolle Geschichte und aktuelle Präsenz

Literatur hat in Aserbaidschan einen hohen Stellenwert. Das zeigt sich in der Lebendigkeit der aktuellen Literaturszene und in der Verehrung bekannter Schriftsteller. So sind in nahezu allen Städten Straßenbezeichnungen und Denkmäler bedeutender Literaten, z.B. Nizam al Din, gewidmet. Er verfasste im 12. Jhr. in persischer Sprache fünf große Versepen. Selbst Goethe zeigte sich von ihm beeindruckt. Füzuli (1495 – 1556), im Westen auch als „Dichter der Herzen“ bekannt, war der erste Dichter, der in aserbaidschanischer Sprache schrieb. Berühmt wurde er vor allem durch die Bearbeitung des „Leyli und Madschun“-Stoffes seines Vorgängers Nizam. Die Werke Füzulis sind nach wie vor aktuell und werden auch u.a. in der Türkei, im Irak oder Usbekistan gelesen. 

Die aserbaidschanische Literatur jüngeren Datums ist von der Hinwendung zu politischen bzw. gesellschaftlichen Themen geprägt. So ist in den 70er und 90er Jahren die Auseinandersetzung mit der sowjetischen Periode vorherrschend. Die Stoffe kreisen um Freiheit, Pluralismus und Unabhängigkeit. Heute nehmen Themen rund um die gesellschaftliche und politische Entwicklung Aserbaidschans einen großen Raum ein. 

Für den deutschen Buchmarkt wurden bisher nur einige aserbaidschanische Literaten übersetzt. Als Klassiker gilt Ali und Nino, eine Liebesgeschichte am Vorabend des Ersten Weltkrieges. Vom Autor Essad Bey sind u.a. auch die Titel „Öl und Blut“, „Flüssiges Gold: Der wilde Osten des Erdöls“ sowie eine mit der österreichischen Schriftstellerin Barbara Frischmuth verfasste Mohammed-Biographie erhältlich. Ein weiterer übersetzter moderner Autor ist Anar Rzayev. Erhältlich ist aktuell ist sein Roman „Der Lift fährt vorbei" (aserb.: „Der sechste Stock des fünfstöckigen Hauses“. Er beschreibt eine Liebesgeschichte, die an den Traditionen der Gesellschaft scheitert. Weitere Werke von ihm sind: „Ich, du, er und das Telefon", „Georgischer Name" und der Roman „Weißer Hafen“.

Architektur

Ein Land mit vielen Baustilen

Die Entwicklung der Architektur in Aserbaidschan lässt sich über zahlreiche Perioden hin zurückverfolgen. Zum Beispiel der Beginn der Besiedlung an Hand der rund 10.000 Jahre alten Höhlen in Gobustan, die einsetzende Stadtgestaltung, dokumentiert u.a. durch den Tempelkomplex in Mingeçevir, die mit der Verbreitung des Islams verbundene Errichtung von Moscheen, Mausoleen und Karawansereien, die Einflüsse der Sowjetherrschaft und natürlich die Strömungen innerhalb der aktuellen Architektur-Szene.

Besichtigungstour in Baku

Besonders gut kann man in Baku von der Altstadt bis in die Vorstädte bedeutende Architektur vergangener Jahrhunderte und imposante Gebäude der Gegenwart in Augenschein nehmen. Zu sehen gibt es zahlreiche mittelalterliche Bauten, z.B. den Jungfrauenturm oder den Palast der Schirwanschahs, ebenso wie die ornamentalen Villen aus der Zeit des Öl-Booms Anfang des 20. Jahrhunderts. Neubauten wiederum spielen oftmals mit historischen Zitaten und orientalisch inspirierten Elementen. Ein beliebter Baustoff ist dabei Sandstein. Zu den aktuellen Trends der Stadtplanung in ganz Aserbaidschan zählen Fontänen, vorrangig in den Zentren, und die Anlage von Grünflächen, besonders in Form weitläufiger Parks.

Besondere Architektur allgegenwärtig

Zeugnisse islamisch geprägter Baukunst, z.B. große Mausoleen, lassen sich auch gut in Nachitschewan-Stadt, der Kapitale der gleichnamigen an Iran, Armenien und Türkei grenzenden aserbaidschanischen Exklave, besichtigen. Ordubad, im Südosten Nachitschewans, ist nicht nur die „Stadt der Platanen“, sondern auch ein Ort, an dem sich noch viele Beispiele für traditionelle aserbaidschanische Bauarten finden. Typisch sind von hohen Mauern umgebene Wohnhäuser, die über einen Brunnen und Gärten verfügen.

Der ländliche Baustil wiederum ist vorwiegend in ganz Aserbaidschan vom Einsatz kleingliedriger Fensterfassaden und Erkern geprägt. Von gestalterischer Bedeutung ist auch der Dachbau, bei dem zunehmend dekorative Weißblech-Verzierungen verwendet werden.

Sport

Sport auf breiter Basis

Aserbaidschan ist reich an nationalen Sportarten, die seit Jahrhunderten gepflegt werden. Der breit angelegte Aufbau einer Infrastruktur für den Sport erfolgte jedoch in wesentlichen Teilen in den 20er Jahren. Es wurden vermehrt Sportvereine gegründet, eine erste Sportzeitung publiziert und in Baku die Sportlehrerschule eröffnet. So konnten sowohl traditionelle als auch bisher unterrepräsentierte Sportarten gefördert werden. Im Basketball z.B. brachte man es 1920 auf 2 Vereine, 1926 hingegen schon auf 300. Als Teil der UDSSR-Olympiamannschaft kamen aserbaidschanische Sportler auf 11 Silber- und 7 Bronzemedaillen. Seit der Unabhängigkeit konnten zusätzliche sportliche Erfolge erzielt werden. Silber im Ringen bei den Olympischen Spielen in Atlanta 1996 – die erste Medaille für die Republik Aserbaidschan, an die sich weitere Auszeichnungen bei der Olympiade in Sydney anschlossen und Aserbaidschan den 34.Platz unter 199 Teilnehmerländern bescherte. Dazu trug zwei Goldmedaillen bei und damit wiederum ein Erfolg im Ringkampf, der zu den traditionellsten Sportarten Aserbaidschans zählt und bereits in Märchen und Fabeln sowie im bekannten „Dede Korkut Epos“ Erwähnung findet.

Deutsche Schützenhilfe

Fußball gewann anfangs des 20. Jahrhunderts an Popularität. 1905 wurde die erste Fußballmannschaft gegründet. Die Mannschaften gingen aus den großen Erdöl-Unternehmen hervor. 1911 fand ein ersten Mannschafts-Wettbewerb statt, den das britische Team für sich entscheiden konnte. Heute verfügt Aserbaidschan über eine Nationalmannschaft, die von dem ehemaligen Europa- und Weltmeister Berti Vogts trainiert wird. Mit Vogts bestritt Aserbaidschan die Qualifikationsrunden für die EM 2012 und wird sich ebenfalls mit ihm auf die WM 2014 vorbereiten.

Sport-Angebote für Besucher

Wer Aserbaidschan besucht und hier auch Sport treiben möchte, hat grundsätzlich viele Möglichkeiten. Vor allem in Baku kann man natürlich gleich ein Hotel auswählen, in dem man auch seinem Sport nachgehen kann. Alle größeren Hotels verfügen z.B. über ein Schwimmbad, Fitness-Bereich oder eine Tennisanlage. Alternative in der Hauptstadt sind Zentren, in denen man verschiedenen Sportarten trainieren kann, z.B. das Aliev- oder das Ganjlik-Sportzentrum. Wer Sport auch gern mit viel Spaß verbindet, ist im Aquapark sicher in seinem Element.

Bildung

Vielgliedriges Bildungssystem

Die allgemeine Grund- und Mittelstufe der Schulen in Aserbaidschan besteht aus drei Abschnitten: der Grundschule, der allgemeinen Oberschule und der Hauptschule.

Die Grundschule in Aserbaidschan beginnt mit 6 Jahren und geht von der ersten bis zur vierten Klasse. Erlernt werden grundlegende Kulturtechniken wie Lesen, Schreiben und Rechnen sowie künstlerische Fertigkeiten.

Die allgemeine Oberschule umfasst die Klassen fünf bis neun. Auf dem Lehrplan stehen u.a. die weitere Entwicklung der Sprech- und Schreibkompetenzen, logisches Denken, Nutzung moderner Kommunikationsmittel und diverse natur- und sozialwissenschaftliche sowie künstlerische Fächer. Die allgemeine Oberschule ist Pflicht, ein erfolgreicher Abschluss für den Besuch weiterführender Schulen unerlässlich.

Die Hauptschule beinhaltet als letzte Stufe die zehnte und elfte Klasse. Am Ende steht ein allgemeiner Test und die Vergabe eines staatlichen gymnasialen Abschlusszeugnisses – obligatorisch für den Anspruch auf weitere Schulbildung. Die Hauptschule dient dazu, die Begabungen der Schüler für bestimmte Bereiche festzustellen und diese in den jeweiligen Fächern (Naturwissenschaft, Sprachen, Technik etc.) weiter zu vertiefen. Ein weiterer Fokus bildet die Vorbereitung auf das Berufsleben und die Vermittlung gesellschaftlicher Werte.

Berufliche Ausbildung Grund- und Mittelstufe

Die Grundstufe gewährleistet das Erlernen von Berufen im künstlerischen und gesellschaftlichen Bereich. Die Ausbildung erfolgt in Schulen, Institutionen, Organisationen und Arbeitsbörsen.

Die Mittelstufe dient zur Ausbildung von Fähigkeiten für Produktions- und Dienstleistungsbereiche, unterrichtet wird in speziellen Abteilungen von Colleges und Hochschulen. Der Abschluss entspricht dem Niveau eines Vordiploms und ist die Voraussetzung für eine Hochschulausbildung.

Hochschule

Die Hochschulausbildung stellt die Ausbildung von Fachkräften sicher und bietet drei Abschlüsse:

  • Bachelor – Abschluss in allen Fachgebieten außer wissenschaftlichen und pädagogischen Bereichen
  • Magister – Abschlüsse berechtigen zu wissenschaftlichen Forschungen und pädagogischen Tätigkeiten
  • Promotion – Abschluss je nach gewähltem Fachbereich als Doktor der Philosophie oder Doktor der Wissenschaften.

Aserbaidschan und DAAD

Aserbaidschan bietet im Rahmen des DAAD (Deutscher Akademische Austauschdienst) deutschen Studenten und Wissenschaftlern, die Gelegenheit, eine Vielzahl an Universitäten in Baku für Lehr- und Lernzwecke zu nutzen. Das Angebot reicht von Auslandssemester für junge Studierende über ein Promotionsstudium bis hin zur Gastdozentur. Die Aufnahme deutscher Kandidaten in die Promotionsprogramme der Hochschulen erfolgt nach internationalen Verträgen der Republik Aserbaidschan und Abkommen mit den jeweiligen gebührenpflichtigen Hochschulen. Nähere Informationen direkt in Aserbaidschan erhält man über:

Informationszentrum Baku
Aserbaidschanische Technische Universität
Hüseyn Cavid Prosp. 25
1073 Baku
Aserbaidschan 

Tel.: 00994 12 4 39 12 65
Fax: 00994 12 4 39 12 65

info(at)daad.baku.az
https://www.daad.de/de/

Internationaler Austausch als intensive Aufgabe

Als weltweit größte Förderorganisation für den internationalen Austausch Studierender und Wissenschaftler hat der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) mittlerweile über 1,5 Millionen Akademiker im In- und Ausland unterstützt. Die Aufgaben, die der DAAD wahrnimmt, umfassen weit mehr als die Vergabe von Stipendien – gefördert wird z.B. die Internationalität der deutschen Hochschulen sowie die Germanistik und deutsche Sprache im Ausland. Darüber hinaus werden Entwicklungsländer beim Aufbau von Hochschulen unterstützt und Entscheider in der Kultur-, Bildungs- und Entwicklungspolitik beraten.