Feuertempel

Für alle, die auf Asberon nur kurz bleiben möchten: der Feuertempel ist von Baku aus auch in relativ kurzer Zeit mit dem Bus erreichbar.

Observatorium

Auf der Website des Piruqlu-Observatoriums sind in Englisch zusätzliche Informationen erhältlich: www.shao.az

Gobustan

Fachkundige Führungen auf Englisch bietet das Gobustan-Museum vor Ort, in dem man auch mehr über die Steinzeitbewohner erfährt und eine Ausstellung zu Werkzeugen, Keramiken und Waffen besuchen kann.

Schlammvulkane

Auf das Wetter achten, bevor man zu den Schlammvulkanen aufbricht. Die Wege sind ausschließlich bei gutem Wetter nutzbar.

Baku

Europa und Orient gut gemischt

Baku, die Hauptstadt Aserbaidschans, bietet Besuchern zahllose Unterhaltungsmöglichkeiten und Sehenswürdigkeiten. Elemente vieler Kulturen und die Prägung durch verschiedenste Baustile machen sich in der turbulenten Millionenstadt überall bemerkbar und schaffen einen ganz eigenen Mix aus orientalischen und europäischen Einflüssen. 

Beschauliche Altstadt 

Einen Besuch wert ist auf jeden Fall die seit 2000 zum UNESCO-Welterbe gehörige Altstadt Bakus – ein beschaulicher Ort in der turbulenten Millionenstadt. Mit einem Gewirr aus pittoresken, schmalen Gassen, authentischem Flair und einer feinen Auswahl an Hotels, Restaurants und Geschäften. Architektonisch besonders interessant sind der Schirwanschah-Palast und der Jungfrauenturm. Ersterer liegt am höchsten Punkt der Altstadt. Schmuckstück des Palast-Komplexes ist die sogenannte Divanxana, eine Rotunde mit Spitzbogenarkaden. Vom ca. 30 Meter hohen legendenreichen Jungfrauenturm aus genießt man einen schönen Blick über die Altstadt. Im Innern des eigenwillig geformten Turms sind neben historischen Aufnahmen Handwerksarbeiten aus ganz Aserbaidschan zu sehen. Einen Blick sollte man auch auf die imposanten Villen aus dem 19.Jhr., der Zeit des Ölbooms, werfen. Die berühmteste, die Hajinski-Villa, steht direkt neben dem Jungfrauenturm. Für einen entspannten Zwischenstopp eignet sich besonders die Umgebung des alten Basars. In den benachbarten rund 500 Jahre alten ehemaligen Händler-Herbergen lässt sich heute gemütlich speisen.

Außerhalb der Altstadt

Die „Unabhängigkeitsstraße“ die belebte Ringstraße Bakus, ist von prächtiger Architektur gesäumt. Unter den zahlreichen Bauwerken sind besonders zwei hervorzuheben: Das Rathaus, um 1900 im Renaissance-Stil erbaut und mit einem Uhrenturm versehen sowie der Ismaliliya-Palast, ein Nachbau des Palazzo Contarini in Venedig. Heute Sitz der Verwaltung des naturwissenschaftlichen Instituts. 

Besonders lebhaft geht es rund um den Fontänenplatz zu. Umgeben von westlichen Restaurantketten tummeln sich hier tagsüber die Händler. Abends wandelt sich die Kulisse und die Gegend wird zur beliebten Flaniermeile. Einen beschaulichen Kontrast dazu liefert ein Spaziergang auf dem Bulvar, Bakus Promenade jenseits der Uferstraße. Hier kann man entspannt einen Kaffee genießen oder in einem der Designer-Shops in Ruhe nach exquisiten Stücken Ausschau halten. Ganz andere Perspektive auf Baku versprechen eine ca. halbstündige Bootstour mit Blick auf das Stadt-Panorama oder besonders am Abend eine Runde im Riesenrad auf dem Bulvar.

Kurze Abstecher, bleibende Eindrücke

Einen Ausflug in das westliche Stadtzentrum startet man besten mit der Zahnradbahn Funikular. Oben angekommen kann man von der reichverzierten Türkischen Moschee aus durch den ehemaligen Kirov-Park spazieren. Das alte Yasamai-Viertel an den gleichnamigen Hängen ist ein charmantes Stadtgebiet, steile Straßen, ruhige Gassen und alte Wohnhäuser prägen das Bild. Nicht weit entfernt befinden sich Aufsehen erregende Bauten: die Töyba-Moschee, entstanden während der Ära des Ölbooms, die imposante Taza-Pir-Moschee, die Kirche St. Archangel Michail mit ihrem Zwiebelturm sowie die Vaad L’lat-Synagoge. 

Wer nördlich des Stadtzentrums unterwegs ist, sollte sich den Tece-Basar auf keinen Fall entgehen lassen. Die Szenerie mit den Ständen aus pyramidal aufgetürmtem Obst und Gemüse und dem bunten Treiben machen den Tece-Basar zu einem visuellen Erlebnis – rundum lohnend, um auch mit der Kamera festgehalten zu werden. Ebenso eindrucksvoll ist ein Besuch des Richard-Sorge-Denkmals, vor allem in der Dämmerung. Dann leuchten die großen elektrischen Augen innerhalb des Monuments und verbreiten eine geheimnisvolle Atmosphäre, passend zu der Agententätigkeit von Richard Sorge, der getarnt als deutscher Journalist zurzeit des Nationalsozialismus für die Sowjetunion spionierte.

Immer gut unterhalten

An Unterhaltung besteht in Baku kein Mangel. Auch für Touristen, die mal zwischendurch eine eher westliche Atmosphäre genießen möchten. Kneipen- und Bars mit Namen wie Paul’s, München, The Brewery, Finnegan’s oder Shakespeare versprechen genau das, was sie halten: deutsche, irische oder britische Speisen und Getränke in dem dazu passenden Ambiente. Puncto Nachtleben hat man die Auswahl zwischen angesagten Locations wie dem Mirage inkl. Disco, Live-Shows und Wasserpfeifenzimmer und eher entspannten Treffs, z.B. der Q bar, einer Open-Air-Bar, die sich für einen gepflegten Cocktail eignet. Für Musikfreunde ist das Angebot ebenfalls vielfältig. Dazu zählen Jazzclubs mit sehr gutem Programm, die traditionelle Mugam-Musik, vor allem in den Karawansereien der Altstadt, Rock- und Popkonzerte sowie klassische Musik in der Philharmonie oder im Kapellhaus. Wer Oper und Ballett schätzt, kommt im eindrucksvollen Saal der Staatsoper auf seine Kosten.

Tipps für Baku

Die einfachste und günstigste Art der Fortbewegung ist in Baku die Metro. Der Streckenplan ist übersichtlich, die Preise sind moderat. Für geführte Stadttouren und Ausflüge sind mehrere Anbieter verfügbar, z.B. STI-Travel, www.sti.az Tourismusinformation und Tourismusministerium bieten Informationen und Info-Materialien.

Rund um Baku

Wenig fahren, viel sehen

In der Umgebung von Baku befinden sich einige der interessantesten Sehenswürdigkeiten des Landes.

Steinzeit-Künstler 

Die erste Stelle nehmen wohl die rund 6000 Felszeichnungen von Gobustan ein. Entstanden vor Jahrtausenden, die ältesten vor rund 10.000 Jahren zählen sie seit 2007 zum UNESCO-Weltkulturerbe. Die Zeichnungen der noch zur Steinzeit zählenden Bewohner stellen u a. Menschen, Tiere sowie Jagdszenen dar und sind in insgesamt 20 Höhlen zu sehen.

Naturwunder mit Blasen

Eine weitere Attraktion in der Gegend von Gobustan sind die sogenannten Schlammvulkane. Entgegen der Namensgebung handelt es sich bei den Strömen und grauen Blasen nicht um Vulkanismus. Vielmehr wird Gas im Untergrund zusammengepresst und dringt dann mit Wasser und Gestein nach oben. Der Schlamm selbst ist sehr mineralhaltig und von heilender Wirkung. Das ausgestoßene Gas ist wegen seiner Methan-Konzentration leicht entzündlich. Daher kann es, wenn auch absolut selten, vorkommen, dass ein Schlammvulkan bis zu mehrere hundert Meter hohe Flammen ausstößt.

Meer, Feuer und die Kaspische Robbe

Die Halbinsel Asberon lohnt gleich aus mehreren Gründen. Man kann an einem der Strände, vor allem im Norden, herrlich entspannen und darüber hinaus einige eindrucksvolle Entdeckungen machen. 

An der Quelle des Feuer 

Der Feuertempel Atesgah zählt zu den beliebtesten Attraktionen von Asberon. Von den Zinnen des Gebäudes aus stiegen früher gleich Gasbrennern Flammen auf. Auch heute lässt sich das Spektakel noch bewundern. Allerdings werden die niemals erlöschenden Feuer nicht mehr durch ihre natürliche Quelle, sondern über eine reguläre Gasleitung entfacht. Die Geschichte des Tempels ist nicht eindeutig geklärt. Vermutet wird, dass er in seiner ursprünglichen Form der persischen Glaubensgemeinschaft der Zoroastrier zur Anbetung des Gottes des Lichts diente.

Vielfalt auf kleinem Raum

Im Südosten Asberons liegt der kleinste aserbaidschanische Nationalpark. Hier lassen sich nicht nur verschiedene Vogelarten beobachten, sondern auch die Kaspische Robbe, die einzige Robbenart außerhalb der Ozeane, die in Salzwasser lebt. Sie ist vor allem auf einer vorgelagerten Sandinsel zu finden, auf der auch Seeschwalben und Möwen brüten.

Bären und Wölfen auf der Spur

Rund 100 km sind es von Baku – keine Strecke für Naturfreunde, die ein Stück typischer aserbaidschanischer Landschaft erleben möchten. Besonders schön ist es im Nationalpark Altiagac zwischen März und Juni, wenn Orchideen, Gladiolen und andere Blumen blühen. Reizvolle Routen u.a. durch Eichenwälder sowie Bären, Füchse, Wölfe und Rotwild, die per Fernglas beobachtbar sind, verlocken viele Naturfreunde auch zu einem längeren Aufenthalt. Zumal im günstigen Eintrittspreis ein lokaler Führer, Leihkompass und Fernrohr inklusive sind und auch Möglichkeiten zur Übernachtung direkt im Park angeboten werden.

Genauerer Blick auf die Sonne

Ca. 20 km von der Kleinstadt Samaxi befindet sich Piruqlu. Das Waldgebiet lädt nicht nur zu schönen Wanderungen ein, hier kann man auch dem Kosmos näher kommen. Auf 1.500 Meter Höhe, in einem Naturschutzgebiet, thront das Pirqulu-Observatorium, in dem man Astronomen, die sich der Beobachtung der Sonne widmen, bei der Arbeit zuschauen kann. Mehrere Hotels und Restaurants sind in direkter Nähe. Auch einem längeren Aufenthalt steht so nichts im Wege.

Der Norden

Ursprüngliche Landschaften, zauberhafte Orte

Der Nordosten zählt zu den beliebtesten Reisezielen. Ein Grund dafür ist sicher auch die eindrucksvolle Natur. Ein weiterer: zahlreiche der Sehenswürdigkeiten sind auch mühelos in Tagesausflügen von Baku aus zu erreichen. 

Unterwegs im Gebirge 

Bereist man die Region von der aserbaidschanischen Hauptstadt aus Richtung Norden ist der Besbarmaq eine lohnende erste Station. Der sogenannte Fünf-Finger-Berg, eine der bekanntesten Pilgerstätten Aserbaidschans, ist in ca. 1 Stunde bestiegen und belohnt den Wanderer mit einer umwerfenden Aussicht auf das Meer und die westlichen Kaukasusgipfel. Von Fuße des Besbarmaq ist ein Abstecher zur malerisch gelegenen Burg Çirax Qala eine Überlegung wert – die Anlage thront auf einem ca. 1000 Meter hohen Fels inmitten eines Waldes. Unweit der Burg liegt die 1744 gegründete Stadt Quba – heute die bedeutendste Stadt im Nordosten Aserbaidschans und bekannt für seine Teppiche. Deren Herstellung kann man in der Teppichmanufaktur QQ bewundern und im angeschlossenen Shop schöne Stücke kaufen oder in Auftrag geben. Schön anzuschauen sind außerdem mehrere teils farbenfroh gestalteten Moscheen sowie die Siedlung Krasnaja Sloboda, in der in friedlicher Nachbarschaft mit der muslimischen Bevölkerung rund 5000 Bergjuden leben. 

Ca. 60 Kilometer von Quba liegt das 5000 Jahre alte Bergdorf Xinaliq – eine der schönsten Orte Aserbaidschans. Die Architektur mit ihren terrassenförmig anlegten Lehmhäusern ist einzigartig, ebenso wie die ureigene Sprache der Dorfbewohner. Darüber hinaus ist Xinaliq ideal, um von hier aus den 4.142 Meter hohen Sahdag zu erklimmen oder für eine Aufsehen erregende, landschaftlich sehr reizvolle ca. 6-stündige Tour per Pferd nach Laza, einem Lesgier-Dorf, in imposanter Berglandschaft. 

Einen deutlichen Kontrast hierzu bietet ein Ausflug in das weiter westlich im Kaukasus gelegene Seki. In der zwei Jahrtausende alten Stadt lassen sich ein legendärer Khan-Palast, eine Gemäldegalerie, ein Ethnografisches Museum besichtigen, berühmte Süßigkeiten probieren oder einfach nur das orientalisch anmutende Flair genießen.

Entlang der Küste

Hält man sich von Baku aus Richtung Küste ist Sabran ein erster lohnender Zwischenstopp. Hier findet man die Reste einer aus dem 17. Jahrhundert stammenden Festung. Weiter nördlich liegt Xacmaz – ein Städtchen mit einem attraktiven 1900 von einem Ölbaron erbauten Bahnhof, mehreren Museen und der mit vielen Kuppeln versehenen Qaraqurtlu-Moschee aus dem 15. Jahrhundert. Es folgt das Küstengebiet zwischen Xudat und Nabran, ein beliebtes Ziel für das sommerliche Baden, mit vielen Hotels, sandigem Küstenstreifen und dahinter liegenden Wäldern voller Lianen. Nabran bietet neben einem ca. 30 Kilometer langen Strand eine große Auswahl an Hotels, Resorts Restaurants, Beach-Bars und Shops.

Tipp für Bergwanderungen

Die schönsten Zeiten für Wanderungen in Aserbaidschans Bergen ist generell der Frühling. Die höchsten Gipfel sind allerdings nur im Juli und August zu erreichen. Zusätzlich ist wegen der Gletscher und Schneekuppen für manche Touren, z.B. für eine Besteigung des über 4000 Meter hohen Sahdag, alpine Erfahrung gefragt. Grundsätzlich zu empfehlen ist bei Wanderungen abseits befahrener Wege und in höheren Lagen die Buchung eines Führers.

Tipp für Badeurlaub

Die Küste von Xudat bis Nabran wird im Sommer wegen seiner Bademöglichkeiten auch gern von vielen Bewohnern Bakus genutzt. Wer also buntes Treiben mag, ist hier genau richtig. Wer hingegen viel Ruhe vorzieht, sollte den Küstenabschnitt in der Nachsaison – ab Mitte September besuchen.

Der Westen

Schwäbische Geschichte, schöne Gewässer

Der Westen Aserbaidschans wird bisher relativ selten von Touristen besucht. Zu Unrecht, denn Besucher erwarten neben mehreren attraktiven Seen- und Schutzgebieten interessante Einblicke in die Geschichte der deutschen Einwanderer.

Rund um Gence 

Gence, mit ca. 300.000 Einwohnern zweitgrößte Stadt Aserbaidschans ist ein idealer Ausgangspunkt, um den Westen des Landes zu entdecken. Die Stadt selbst – am Fuße des Kleinen Kaukasus und beidseitig des Gence-Flusses gelegen – bietet viel Grün und historische Sehenswürdigkeiten. Auf jeden Fall besuchen sollte man die im 17. Jahrhundert erbaute Schah-Abbas-Moschee, ein monumental wirkender Bau, dessen bunte Fenster ein sanftes Lichtspiel erzeugen und die Alexander-Njweski-Kirche, in der sich heute ein Puppentheater befindet. Eine einmalige Kuriosität ist das sogenannte Flaschenhaus, ein mit 50.000 Glasflaschen dekoriertes Wohnhaus. Momente voller Ruhe genießt man im dem mit riesigen Platanen bestückten Stadtpark. Städtisches Flair hingegen verbreitet sich besonders in der belebten Fußgängerzone oder abends am Platz vor dem Rathaus. Von Gence aus ganz leicht zu erreichen ist Göygöl, die ehemalige, im 19. Jahrhundert gegründete deutsche Kolonie. Hier lassen sich die Spuren der schwäbischen Einwanderer entdecken, u.a. eine sanierte Kirche und mehrere Wohnhäuser. Unweit des Ortes liegt in unberührter Natur der wunderschöne Göygöl See. Einen Zwischenstopp wert ist auch der Kur- und Ferienort Hacikend mit seinen in Wäldern gelegenen Ausflugrestaurants.

Mingetschewir und Umgebung

Ein weiteres attraktives „blaues Ziel“, das zum Baden einlädt, ist der Stausee Mingetschewir. Die gleichnamige Stadt eignet sich prima zum entspannten Bummeln am Fluss Kür inkl. Besuchs eines Fischlokals. Für geschichtlich Interessierte empfiehlt sich das Regionalmuseum mit über 2000 Jahre alten archäologischen Fundstücken aus dem Seegebiet.

In der Nähe von Mingetschewir befinden sich zwei weitere Attraktionen: zum einen das Türyançay-Reservat, in dem man Geier- und Vogelarten beobachten kann. Zum anderen der Kurort Naftalan, bekannt für heilsames Öl. Ein Bad darin lindert u.a. rheumatische Beschwerden. 

Nahe der Grenzen

Wer sich von Gence aus Richtung georgische bzw. armenische Grenze bewegt, wird mit vielfältigen Natureindrücken belohnt. Grün gewelltes Hochland, beschauliche Dörfer und jede Menge reizvolle Ausblicke in der Gegend um Gedebey, wo übrigens der deutsche Industrielle Werner von Siemens im 19. Jahrhundert eine Kupfermine betrieb, das Agstafa-Reservoir mit seinen Bademöglichkeiten sowie die dschungelhaften Wälder des Garayazi-Schutzgebiets, wahrscheinlich weltweit das älteste Waldschutzgebiet. Für einen Abstecher in eher städtische Gefilde empfiehlt sich Qazax. In der lokalen Teppichmanufaktur kann man die Kunstfertigkeit der Fäden knüpfenden Frauen bestaunen, im Stadtzentrum Dichter-Museen oder die aus roten Ziegeln erbaute Juma-Moschee besuchen.

Der Süden

Aufregende Natur, entspannte Atmosphäre

Der Süden Aserbaidschans ist für Naturfreunde wie geschaffen. Es locken mehrere faszinierende Nationalparks, Landschaften verschiedenster Ausprägung und Ausflüge in das Talis-Gebirge. 

Zwei Areale mit vielen Arten 

Etwas über 100 Kilometer südlich von Baku liegt der sich bis zur Küste erstreckende, 65.000 Hektar große Sirvan-Nationalpark. In der von Steppen, Halbwüste und Binnengewässern geprägten Landschaft lassen sich eine Vielzahl von Tieren beobachten. Neben der Kropfgazelle, Europas einziger echter Gazellenart, u.a. Fledermäuse, Schakale, Wildschweine und Wölfe, darüber hinaus in den Uferregionen Pelikane, Flamingos, Reiher, Bussarde und die Kaspische Robbe. Bevor es zum südlicher gelegenen, noch größeren Naturschutzgebiet Qizilagac weitergeht, empfehlen sich als interessante Zwischenstopps das Städtchen Salyan für einen ruhigen Bummel und Neftçala, der südlichste Ort der Ölförderung in Aserbaidschan. Auf dem Weg dorthin passiert man übrigens auch die in wichtigste Störzuchtanlage des Landes in Xilli. Das Naturschutzgebiet Qizilagac umfasst 88.000 Hektar in einer Flachwasserzone und ist ein Muss für Vogelfreunde – über 250 Vogelarten rasten und überwintern hier, darunter mehrere Pelikanarten, Flamingos und Kormorane. Ebenso zuhause sind hier Schakale, Wölfe, und Schilfkatzen.

Lenkeran liegt zwischen dem Naturschutzgebiet Qizilagac und dem Hirkan Nationalpark. Die Stadt ist damit ein optimaler Ausgangspunkt, um beide Gebiete zu besuchen. Anschauen sollte man im Zentrum den 30 Meter hohen Leuchtturm und das Khan-Haus – 1913 erbaut und das erste mehrgeschossige Gebäude Lenkerans. Weiter südlich folgt Astara, die Grenzstadt zum Iran. Das historische Museum macht einem mit der weiter östlich beheimateten Kultur der Talis vertraut und mehrere Sandstrände laden hier zum Verweilen ein.

Außergewöhnliche Region

 Im Südosten befindet sich im gleichnamigen Gebirge die Talis-Region. Das vom Rest Aserbaidschans abweichende und feuchte Klima begünstigt den Anbau von Südfrüchten, Reis und Tee. Die Bewohner – Nachfahren des westiranischen Stammes der Meder – pflegen bis heute ihre eigene Sprache. Auf keinen Fall verpassen sollte man einen Besuch des Hirkan-Nationalparks. Mit rund 150 verschiedenen Gehölzen zu den artenreichsten Laubwäldern der gemäßigten Zone Europas und Asiens zählend, sind die Hirkanischen Wälder als UNESCO-Weltnaturerbe nominiert. Bäume und Sträucher überlebten im Gegensatz zu den Beständen im Mittelmeerraum fast gänzlich unbeschadet die Eiszeiten der letzten zwei Millionen Jahre. Entsprechend groß ist die Anzahl der Gehölzarten, die sich nur noch hier vorfinden lassen. Ein Wahrzeichen des Parks ist der sogenannte Eisenholzbaum. Seine Besonderheit: Er verfügt über eine so hohe Dichte, dass er im Wasser untergeht. Ausflüge in die Bergwelt der Talis-Region unternimmt man am besten von Yardimli aus. In der Nähe befinden sich auch die eindrucksvollen Wasserfälle gleichen Namens und die Ortschaft Pirembel. Legendär wegen dem im 8.Jahrhundert eingewanderten Heiligen Seyid Mir Qivas Aga, der als ein Nachfahre des Propheten Mohammed gilt.

Tipp für Badefreunde

In der Umgebung von Nerimanabad, auf der zum Naturschutzgebiet Qizilagac gehörigen Halbinsel Sara finden sich unberührte, gelbe Sandstrände – einfach ideal zum Ausruhen und Baden.

Tipp für Entspannung suchende

Das Sanatorium des Kurorts Isti-Su ist berühmt für seine heißen Mineralheilbäder. Kombiniert mit Massagen und der klaren Bergluft kann man so garantiert erholsame Tage erleben.

Nachitschewan

Bedeutende Exklave, besonderes Reiseziel

Historische Kulturgüter, bemerkenswerte Berglandschaften: Nachitschewan, die aserbaidschanische Exklave, grenzt an den Iran, Armenien und im Westen an die Türkei. Kaum von westlichen Touristen besucht, ist Nachitschewan gerade für Entdecker die Gelegenheit, in aller Ruhe eine weitere interessante Seite aserbaidschanischer Kultur und Natur kennen zu lernen. 

Westliches Flair

Sicher überraschend ist der erste Blick auf Nachitschewan-Stadt, die Hauptstadt der Exklave: Boulevards und Gebäude vermitteln teils einen geradezu westlichen Eindruck. Dazwischen viele Bauten, die unverkennbar aserbaidschanische Geschichte erlebbar machen. Zum Beispiel das Mömine-xatung Mausoleum, ein imposanter Turm aus dem 12. Jahrhundert mit fein ausgearbeiteten Mustern und einem für diese Bauperiode typischem türkisen Kachelwerk. Gleich ins Auge fällt auch die bonbonfarbene Imamzadeh, ein Schreingrab aus dem 16. bis 17. Jahrhundert. Ein Kuriosum ist das größtenteils unter der Erde liegende Buzxana, der im 14. Jahrhundert errichtete Kuppelbau war einst Aserbaidschans größtes Kühlhaus. Zu den weiteren Sehenswürdigkeiten zählen der mit goldenen Kuppeln verzierte Serq-Hammam, heute ein Teehaus, die Khan-Residenz, in der sich ein Teppichmuseum befindet, sowie die Heydar-Aliyev-Moschee, gut zu erkennen an ihrer leuchtend grünen Kuppel.

Schöner Südosten

Der Südosten ist zweifellos einen Abstecher wert. Ein visueller Genuss ist die Fahrt durch die wunderschönen Berglandschaften nach Ordubad. Der Besuch der „Stadt der Platanen“, lohnt ebenfalls: der altertümliche Charme und die beeindruckende Bergkulisse nehmen einem gleich gefangen. Vor der Stadtbesichtigung empfiehlt sich ein Gang in das Museum, in dem man zu Ordubad und der Region bestens informiert wird. Nordöstlich der Stadt verläuft der Nationalpark Ordubad – u.a. die Heimat der letzten Leoparden Nachitschewans. Oberhalb von Nesirvaz kann man die Qamiqaya-Petroglyphen, Felszeichungen mit Jagdszenen aus der Bronzezeit, mit Hilfe eines Führers entdecken. Abschließen lässt sich eine Tour in den Südosten z.B. mit einem Blick auf den Ilandag, eindrucksvoller Riesenfels und Wahrzeichen Nachitschewans.

Blaues im Norden

Hält man sich gen Norden erreicht man nach Bicenek das Sahbuz-Reservat. Attraktiv wegen seiner nahezu unbeschadeten Wälder und zweier Seen. Der Ganli Göl, der sogenannte Blutsee, auf dem Inseln aus Torf schwimmen und der weiter oberhalb gelegene Zorbulaq-See. Einladend zum Picknicken und Baden im glasklaren Wasser. Sehenswertes aus kultureller Sicht bietet der Nordwesten u.a. mit dem Mausoleum des Cehan Kudi xatun im Dorf Qarabaglar, 35 Kilometer von Nachtschiwan-Stadt. Ein gewaltiger, restaurierter Bau, aus dem 12. bis 14. Jahrhundert, mit türkisfarbenen, nach wie vor immens leuchtenden Kacheln auf dem Grabmal. Setzt man seinen Ausflug Richtung Türkei fort, wird es landschaftlich äußerst reizvoll. Zunächst folgt das Delta des Arpançay mit seiner grünen, landwirtschaftlich genutzten Ebene, anschließend lässt sich bei Sederek der Blick auf den Ararat, den mit über 5.000 Metern höchsten Berg in der Türkei genießen.

Tipp für Rundreisen

Nachitschewan-Stadt ist mit seiner großen Auswahl an Hotels und der zentralen Lage ein sehr guter Ausgangspunkt für Tagesausflüge in andere Gebiete Nachtschiwans.

Tipps für Anreise

Nachitschewan erreicht man mit dem Flugzeug von Baku oder Gence aus. Oder per Busfahrt durch den Iran. Beste Reisezeiten sind April und Mai sowie Herbst. die Temperaturen liegen im Sommer bei 40 Grad, im Winter hingegen bei minus 30 Grad.

Berg-Karabach

Wechselvolle Zeiten, eindrucksvolle Zeugnisse

Berg-Karabach, auch Nagorny Karabach genannt, das im Westen liegende, von Armenien völkerrechtswidrig besetzte Territorium bietet bewaldete Berge und historische Bauten. Eine Einreise von Aserbaidschan aus in das Gebiet ist aktuell leider nicht möglich.

Ort aserbaidschanischer Kultur

Die Stadt Susa, mit ehemals rund 60.000, heute hingegen ca. 3000 Einwohnern, war die Heimat bedeutender Dichter und Komponisten sowie Produktionsstätte für äußerst kunstvolle geknüpfte Teppiche. Nach wie vor eindrucksvoll sind u.a. die Stadtmauer, die aus weißem Stein erbaute Ghazanchetsots-Kathredrale sowie, unweit von Susa, die Festung Askeran/Zoraberd. 

Einen Blick in ein ganz anderes Zeitalter ermöglichen 6 Kammern in der Region Füzuli. Diese bilden die aus der Steinzeit stammende Azix-Höhle, eine der ältesten Wohnstätten Euroasiens. Sehenswürdigkeiten in nördlicher Richtung sind u.a. die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts errichtete Moschee von Agdam, das Kloster Gandzasar aus dem 13.Jahrhundert sowie das fotogene Kloster Xudavank, beide landschaftlich reizvoll, nahe einer Schlucht gelegen. 

Hintergrund Berg-Karabach-Konflikt

Nach Auslösung der Sowjetunion wurde Aserbaidschan unabhängig und von der internationalen Gemeinschaft als neuer Staat anerkannt. In der Folge kam es zur völkerrechtswidrigen, weder von der gesamten internationalen Gemeinschaft noch von Aserbaidschan anerkannten Ausrufung der „Republik Berg-Karabach“ durch die in der Region lebenden Armenier. Der darauf einsetzende militärische Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan in den Jahren 1992 bis 1994 führte zu einer Okkupation von Berg-Karabach sowie weiteren 20 % des aserbaidschanischen Staatsgebiets durch Armenien und der Vertreibung aller Aserbaidschaner. 

Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen hat in insgesamt vier Resolutionen die Rückgabe der besetzten Gebiete an Aserbaidschan gefordert. Auch zahlreiche Vermittlungsversuche und Gespräche führten bis heute zu keinem konkreten Ergebnis.